WordPress Serverumzug leicht gemacht

Steht Ihnen auch ein WordPress Serverumzug bevor? Oder haben Sie vielleicht einen Serverumzug mit allen üblichen Pleiten, Pech und Pannen hinter sich? Vielleicht denken Sie ja darüber nach, Ihren Provider zu wechseln. Aus welchen Gründen auch immer…

Ist Ihnen Ihr Provider im Preis-Leistungs-Verhältnis zu teuer, der Support einfach nur mies und/oder der Server einfach zu lahm? Es gibt viele Gründe den Anbieter zu wechseln. Doch viele schrecken aufgrund des damit verbundenen Aufwandes einfach davor zurück.

Dieser Artikel soll Ihnen aufzeigen, wie Sie einen WordPress Serverumzug oder auch eines anderen Systems planen und in nur wenigen Schritten und kurzer Zeit alles wieder so läuft, als wäre nichts gewesen.

Sie benutzen gar kein WordPress oder haben auch noch andere Software am Laufen? Kein Problem! Die grundlegende Vorgehensweise ist immer die selbe. Lediglich bei den abschließenden Einstellungen in der Konfiguration gibt es Unterschiede.

Der allererste Schritt ist natürlich erst einmal die Auswahl eines neuen Providers. Falls Sie hier noch keine Wahl getroffen haben, kann Ihnen an dieser Stelle vielleicht einige Empfehlungen mit auf den Weg geben. Neben Anbindung und Preis sind hier sicherlich auch noch einige andere Kriterien entscheidend.

Achten Sie unbedingt darauf, wieviel Speicherplatz und Bandbreite Ihnen der Provider zur Verfügung stellt. 500 MB Festplattenkapazität und 1 GB Bandbreite für 10 Euro im Monat sind wohl eher ein Witz. Jedoch hierzulande, gerade bei kleineren Anbietern, noch gang und gäbe. Mindestens 2 GB sollten es jeweils schon sein!

Auch ein weiteres Kriterium ist die Benutzeroberfläche. Also die Administration Ihrer E-Mail-Adressen, FTP-Zugänge, Domänen und Subdomänen. Durch meine langjährige Tätigkeit als Webentwickler durfte ich schon mit allen möglichen Oberflächen arbeiten. Von CPanel über Plesk bis hin zu proprietären Lösungen war bisher alles dabei.

Bei einem Provider, welcher Plesk verwendet, zahlen Sie beispielsweise für diese Software die Lizenzgebühren mit. Ebenso verhält es sich, wenn ein Windows-Server zum Einsatz kommt.

Meine klare Empfehlung ist hier ein Provider, welcher CPanel einsetzt. Eine zwar sehr umfangreiche aber dennoch einfach zu bedienende Oberfläche. Außerdem können Sie sehr viele Einstellungen selbst treffen, wofür Sie woanders den kostenpflichtigen Support in Anspruch nehmen müssten.

Leider gibt es im deutschsprachigen Raum keine mir bekannten CPanel-Provider mit bezahlbaren Preisen. Also wandern wir eben über den großen Teich aus. Keine Angst! Die Oberfläche lässt sich ohne Probleme auf deutsch umstellen.

Die bekanntesten Anbieter dürften hier HostGator und JustHost sein. Ich selbst habe mich seinerzeit für JustHost entschieden. Unbegrenzter Speicherplatz und Bandbreite, sowie obendrein sämtliche Spielereien, welche mit CPanel überhaupt realisierbar sind. Hinzu kommt der Support über den Live-Chat. Zwar in englisch. Doch wer im Internet unterwegs ist, kommt da meiner Meinung nach ohnehin nicht drum rum.

Sofern Sie keine internationale Domain bevorzugen, sondern beispielsweise eine DE-Domain, ist ein kleiner Umweg notwendig. Sie müssen also die Domain selbst bei einem Registrar reservieren lassen. Dies kann beispielsweise domainFACTORY oder InterNetworX sein. Wobei letzterer wohl etwas günstiger ist. Die Domain wird dann durch einen entsprechenden Eintrag einfach zum Hosting-Provider umgeleitet.

Nun aber zur Sache! Grundsätzlich gehen wir beim WordPress Serverumzug in folgenden Schritten vor:

  1. Sicherung sämtlicher Dateien per FTP auf die lokale Festplatte.
  2. Sicherung der Datenbank(en).
  3. Datenbank(en) beim neuen Provider anlegen und die gesicherten Daten aus Schritt 2 wiederherstellen.
  4. Die gesicherten Dateien beim neuen Anbieter hochladen.
  5. Einstellungen in der Konfiguration anpassen.

Für den ersten Schritt verwenden Sie am Besten das kostenfreie FTP-Programm FileZilla. Hiermit können Sie Ihre Dateien sogar über eine gesicherte Verbindung übertragen, sofern der Provider dies unterstützt. Bei JustHost ist dies auf jeden Fall kein Problem.

Zur Sicherung der Datenbank(en) empfehle ich Ihnen MySQLDumper. Dieses Tool wird auch im professionellen Umfeld verwendet. Es sichert Ihre Datenbanken mit einem Klick und stellt diese dann auf Wunsch genauso einfach wieder her. Wenn Sie es schaffen WordPress zu installieren, ist auch dies für Sie kein Problem.



 

MySQLDumper bei der Sicherung einer WordPress-Datenbank

MySQLDumper bei der Sicherung einer WordPress-Datenbank

 



Sichern Sie sich damit alle Ihre Daten beim alten Provider und laden Sie sich nach jeden Sicherungsvorgang die erzeugte Datei mit der Endung *.sql.gz lokal auf Ihren Rechner. Alternativ können Sie sich auch am Ende aller Sicherungen die ganzen Daten per FTP vom Server laden. Diese befinden Sich im Unterordner /work/backup/ der MySQLDumper-Installation.

Als nächstes legen Sie sich die leeren Datenbanken beim neuen Provider (vorzugsweise über CPanel) an. Nun müssen Sie nur noch MySQLDumper installieren, die Daten (*.sql.gz) wieder ins o.g. Verzeichnis per FTP hochladen und in der neuen Datenbank die bestehenden Daten wiederherstellen.

Im vierten Schritt übertragen Sie die aus dem ersten Schritt gesicherten Dateien per FTP in das entsprechende Verzeichnis Ihres neuen Providers. Abschließend müssen Sie lediglich einige Einstellungen in der Konfiguration anpassen. Und zwar zum Einen in der Konfigurations-Datei und zum Anderen in der Datenbank selbst.

Im Hauptverzeichnis der WordPress-Installation befindet sich eine Datei mit der Bezeichnung “wp-config.php”. Hier müssen Sie den Datenbank-Namen, Benutzername und Passwort anpassen.

// ** MySQL Einstellungen ** //
define(‘DB_NAME’, ‘Datenbank-Name‘);   
define(‘DB_USER’, ‘Benutzername‘);    
define(‘DB_PASSWORD’, ‘Passwort‘);

Falls sich mit dem Umzug auch Ihre URL ändert, sollten Sie über phpMyAdmin (bei CPanel bereits enthalten) in der Tabelle “wp_options” die Felder “siteurl” und “home” entsprechend abändern. Nun dürften Sie wieder auf den Blog zugreifen können und somit auch auf’s Dashboard. Ich empfehle Ihnen hier sämtliche Einstellungen zu überprüfen und ggf. anzupassen.

Wenn Ihr Blog nun wieder läuft: Herzlichen Glüchwunsch! Sie haben es geschafft. Gute Arbeit!

Übrigens: Wie bereits erwähnt unterscheidet sich lediglich Schritt 5 bei anderen Systemen wie beispielsweise Joomla, phpBB und dergleichen. Hier erkundigen Sie sich am Besten vorab (!) beim Hersteller, welche Parameter ggf. angepasst werden müssen. Meist ist das lediglich eine Datei mit dem Namen “config.php” oder so, in der Datenbank-Name, Benutzername und Passwort abzuändern sind.

Wie geht es Ihnen? Planen Sie einen WordPress Serverumzug oder haben Sie bereits einen hinter sich? Haben Sie noch Fragen zum Thema?
Hinterlassen Sie mir einfach einen Kommentar, welchen ich gerne beantworte.

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Thomas Joachim Richter

Hallo, ich blogge hier über Computer, Internet und in nächster Zeit auch über Android. Internet ist mein zweites Zuhause. Bin ich einmal nicht online, findet man mich draußen bei ausgedehnten Wanderungen und Radtouren. Ansonsten auch auf Facebook, Google+ und XING.

Kommentare (24)

  1. Pingback: Thomas Richter

  2. Hallo Thomas,

    leider einen Tag zu spät ;) :D

    Nein, Scherz… wirklich sehr guter Artikel muss ich sagen :)

    Viele liebe Grüße
    Gordon

    • Hallo Gordon,

      also irgendwie ist Dein Kommentar im Spam-Ordner gelandet. Egal, ich hab ihn wieder raus gefischt ;-)

      Viele Grüße
      Thomas

  3. Wirklich einmal eine verständliche und klare Anleitung, die man wirklich Schritt für Schritt nachvollziehen kann!
    Ich denke dieser Beitrag wird einigen Bloggern helfen, in Zukunft den eigenen Blog zu sichern, was ja auch ein wichtiges Thema ist: Die Sicherung seiner Daten.
    Ist MySQLDumper Freeware?

    • Hallo Herr Stipsits,

      danke für Ihren Kommentar. Datensicherung ist tatsächlich ein Thema, welches viel zu oft vernachlässigt wird. Werde dies bei Gelegenheit noch behandeln.

      MySQLDumper ist auf jeden Fall Freeware.

  4. Naja, neben CPanel gibt es noch viele andere Tools. Weiterhin ist unlimited Speicherplatz eher interessant für TFlux Freunde, Bei WordPress legt man doch eher Wert auf Performance?

    [...]

    • Hallo Stefan,

      danke für den Kommentar. Was WordPress betrifft muss ich Dir Recht geben. Es brauch nicht unbedingt soviel Festplattenspeicher. Hier ist wohl eher auf Arbeitsspeicher zu achten.

      Warum ich ausgerechnet JustHost empfehle, ist einfach erklärt: Dieser Blog ist dort gehostet. Als mich vor einem Jahr nach einem neuen Provider umgesehen habe, sind einige in die engere Auswahl gefallen. Ich habe mich schlußendlich aufgrund des guten Preis-Leistungs-Verhältnis dafür entschieden und habe meine Wahl keine Sekunde bereut.

      Der Support hat mir sogar innerhalb von nicht mal einer Stunde ein Zusatzmodul im Server freigeschalten. Ohne jegliche Mehrkosten.

      Wer eine Alternative zu JustHost sucht: HostGator soll auch ein guter Provider mit CPanel und ausgezeichneten Support sein.

  5. Pingback: Veronika Kaiser

  6. Hallo Thomas,
    guter Artikel … !
    Zwar ist jeder beim besten Hoster überhaupt – ich auch, sag’s aber hier nicht :-)! Aber der Satz Hostgator soll auch ganz gut sein… nun ja!

    Wichtiger für Blogs ist allerdings der Arbeitsspeicher, den Du im PHP hast! Hast Du da auch 128MB?
    Die PHP-memory-size ist doch der Hauptgrund, warum Leute bei Strato und 1&1 weggehen müssen. Aber die lernen es auch noch!
    Gut bei beiden Hostern find ich den Cron-Zugriff, der ist bei den meisten Deutschen ausgeschlossen!

    Gruß
    Bernd

    • Hallo Bernd,

      danke für Deinen Kommentar. Standardmäßig gibt es bei JustHost 32 MB RAM. Kann man zwar in der php.ini nicht selbst erhöhen, doch der Support hat das auch bei mir seinerzeit glaub ich auf 64 MB erhöht (wohlgemerkt ohne Mehrkosten). Dies genügt zumindest momentan noch für meinen Blog.

      Das mit den Cronjobs ist echt ne feine Sache ;-)

      Viele Grüße
      Thomas

  7. 64 MB ist für WordPress recht wenig. Hattest du noch keine Probleme damit, dass Trackbacks nicht versendet wurden? Das ist nämlich ein typisches Anzeichen dafür, dass der Speicher nicht ausreicht. Ich würde für einen WordPress-Blog mindestens 128 MB, besser noch 256 MB, empfehlen.

    • Hallo Cujo,

      danke für den Tipp. Allerdings glaube ich fast, dass kein Provider einem 256 MB bei einem Shared Server freischaltet ;-)

  8. Pingback: Udo Weiser

  9. Pingback: IT Blögg

    • Wie man sieht, kommen bei mir die Trackbacks an ;-)

  10. Danke für die Zusammenfassung, aber leider ist es mir multipel misslungen. Dies obwohl ich es genauso gemacht habe und bevor ich deinen Beitrag gelesen habe.
    Also folgendes Problem:
    Ich habe Plesk und einen eigenen Webserver.
    Nun ist es so, dass WordPress um Dateien hoch laden zu können rechtemäßig www-data als Benutzer und als Gruppe braucht, ich aber im Plesk völlig andere habe. Also habe ich nur 2 Möglichkeiten, entweder ich kann WordPress ohne Probleme updaten und Bilder hochladen, oder ich kann FTP benutzen um Dateien zu ändern. Aber wegen jeder Kleinigkeit alles hin und her zu chmodden und zu chown ist mir echt zu viel.
    Hast du eine Idee?
    Oder kannst du mir sagen welche Ordner welchen Benutzer/Gruppe haben sollten und ob und wenn ja welche Ordner ich mit 755 Zugriffsrechten ausstatten soll….
    Danke

    • Hallo Henry,

      erstmal danke für Deinen Kommentar :-)

      Mit Plesk selbst kenn ich mich zwar jetzt nicht so aus. Allerdings sollten alle Ordner und Unterordner der WordPress-Installation mit 755 Zugriffsrechten ausgestattet sein.

      Du hast doch wohl hoffentlich WordPress nicht über den Software-Center oder ähnliches installiert? Davon kann ich allgemein nur abraten!

      WordPress einmalig per FTP hochladen und zukünftige Updates über das WordPress-Dashboard ist die einzig wahre Lösung.

      Dann klappt auch der WordPress Serverumzug ;-)

      Viele Grüße
      Thomas

      • …nein über ein Software-Center, das würde mir im Traum nicht einfallen.
        Ich habe beim WordPress hoch laden per FTP eben einen anderen Benutzer/Gruppe als das WordPress für einige Ordner braucht und wenn ich aber den Ordnern den WordPress Benutzer/Gruppe www-data zuweise, kann ich nicht mehr per FTP auf die Ordner zugreifen…ich bin bei Hetzner und nutze Plesk, als ich noch syscp hatte gab es das Problem nicht…was mache ich nur?

        • Das Beste wird wohl sein, wenn Du Dich mal an den Support von Hetzner wendest. Die kennnen (hoffentlich) ihre Systeme am Besten.

          Schließlich zahlt man ja nicht nur für die Bereitstellung, sondern auch für die Hilfestellung ;-)

  11. Danke, so hat’s geklappt :-). Zum Thema Provider übern großen Teich sei aber auch noch zu sagen, dass die Antwortzeiten der Server teils schon etwas unter der großen Entfernung zum Server leiden. So ist das jedenfalls meine Empfehlung. Deshalb bin ich mit meiner Seite jetzt zu einem deutschen Provider gezogen. Allerdings haben Sie auch recht, wenn Sie sagen 500 MB und ein GB Bandbreite für 10 Euro sei nicht mehr zeitgemäß. Sie finden aber auch in Deutschland günstige und gute Angebote. Wichtig ist aber auch, dass die Mailserver des Providers SSL oder TLS können.

    • Hallo Amos,

      danke für Ihren Beitrag. Also mit Antwortzeiten hatt ich bisher noch keine Probleme. Kommt wohl auch hier sicherlich wieder auf den Provider an.

      Ich weiß nur, dass viele deutschsprache Blogger (dazu gehört ja immerhin auch noch Östereich und die Schweiz) mittlerweile zu Providern übern großen Teich wechseln.

      Wenn mir allerdings jemand nen deutschen Provider mit cPanel Hosting und nem anständigen Preis nennen kann… ich bin für alles offen. Ich selbst habe jedenfalls keinen gefunden ;-)

  12. Was ist das für ein schickes Plugin, dass meinen letzten Blogpost hier einblendet? Das will ich auch haben!

    • Dieses Plugin nennt sich CommentLuv. Ist wirklich ne feine Sache um die Kommentatoren mit einem gezielten Backlink zu belohnen.

  13. Pingback: Thomas G. Scheidl

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