Thunderbird Spamfilter mit Googlemail realisieren

Der Googlemail Thunderbird Spamfilter

Wenn Sie diesen Artikel hier lesen, gehe ich einmal davon aus, dass Sie mindestens eine E-Mail-Adresse besitzen. Bei mir sind es mittlerweile mehr als ein Dutzend für verschiedene Zwecke. Die meisten davon laufen über meine eigenen Domains. Außerdem verwende ich in den wenigstens Fällen Webmail, sondern rufe die E-Mails nach wie vor mit Mozilla Thunderbird ab.

Wenn Sie also auch eine eigene E-Mail-Adresse außerhalb der Freemail-Anbieter wie GMX, web.de oder GMail besitzen, kennen Sie sicherlich das Problem: Ständiger Spam oder auch Junk genannt. Nervt Sie das? Ja? Dann könnte dieser Artikel möglicherweise interessant für Sie sein. Ich verrate Ihnen einen Trick, um einen Googlemail Thunderbird Spamfilter einzurichten, der auch mit anderen E-Mail-Clients funktioniert…

Es gibt viele Wege sich vor Spam zu schützen. Der eine ist sicherlich der, Ihre E-Mail-Adresse erst gar nicht irgendwo zu veröffentlichen. Doch viele professionelle Spammer verwenden einen Zufallsgenerator und irgendwann kann es Sie dadurch trotzdem erwischen. Also muss ein Spamfilter her.

Frei von Viren, Spam und Stalkern

Zwar habe ich Ihnen in ein paar älteren Beiträgen schon gezeigt, Ihre E-Mails sicherer zu übertragen und Ihnen auch einige Wege dargestellt, diese zu verschlüsseln. Doch das Thema Spam ist ein ganz anderes Problem.

Eine Möglichkeit wäre es, ein zusätzliches Programm zu installieren, welches als reiner Spamfilter fungiert. Ich selbst habe hierfür einige Zeit Spamihilator benutzt. Die Software klinkt sich als Proxy zwischen E-Mail-Client und Internetverbindung ein und überprüft jede eingehende Nachricht auf Spam. Wird eine solche Nachricht erkannt, filtert Spamihilator diese heraus, bevor Sie überhaupt in Ihrem Posteingang landen kann.

Diese Vorgehensweise hat allerdings aus meiner Sicht zwei entscheidende Nachteile: Erstens läuft ein zusätzliches Programm ständig im Hintergrund und verbraucht somit Ressourcen. Okay, bei den heutigen Rechnerleistungen könnte man dies sicherlich außer Acht lassen. Doch der Spam landet dennoch auf Ihren Rechner.

Sicherlich könnte man auf das zusätzliche Filtern von Spam mit dem integrierten Thunderbird Spamfilter verzichten. Doch auch hier landet der ganze Junk wieder direkt bei Ihnen.

Warum also nicht Spam heraus filtern, bevor er überhaupt bei Ihnen ankommt?!

Hier kommt der Googlemail Thunderbird Spamfilter zum Einsatz. Er filtert nervigen Spam noch direkt im Internet aus, bevor er in Ihrem Postfach landet. Die Vorgehensweise ist meiner Meinung nach eigentlich ziemlich einfach, weswegen ich aus zeitlichen Gründe heute mal auf Screenshots verzichte. Sollte dennoch etwas unklar sein, gibt es ja hier noch die Kommentarfunktion ;-)

Im Folgenden wir davon ausgegangen, dass Sie eine eigene Domain besitzen und somit auch Zugriff auf die Administration einschließlich der Einrichtung der E-Mail-Adressen haben. Als nächstes benötigen Sie noch eine E-Mail-Adresse bei Googlemail. Sofern Sie dort bereits eine eingerichtet haben, können Sie entweder diese verwenden oder auch parallel eine zweite registrieren.

Wenn Sie noch nicht bei Googlemail registriert sind, gehen Sie einfach auf die Startseite von Google. Ganz oben über den Menüpunkt “E-Mail” können Sie sich ganz einfach ein Konto erstellen.

Nun gehen Sie in Ihre Domain-Verwaltung zu den E-Mail-Einstellungen. Sicherlich ist Ihre bestehende E-Mail-Adresse dort als POP3-Postfach angelegt. Dies ändern wir aber erst zum Schluß. Zuallererst legen Sie sich ein neues POP3-Konto an. Also beispielsweise spamschutz@ihredomain.de. Von dieser Adresse rufen Sie künftig Ihre E-Mails ab und diese bleibt absolut geheim.

Ein Konto bei Googlemail einrichten

Nun loggen Sie sich in Ihr Konto bei Googlemail (kurz GMail) ein. Rechts oben finden Sie dort ein Zahnrad-Symbol. Hierüber gelangen Sie zu den E-Mail-Einstellungen. Richten Sie hier einen neuen Filter ein, welcher von Ihrer bestehenden E-Mail-Adresse (beispielsweise mail@ihredomain.de) zu der neuen Spamschutz-Adresse weiterleitet. Wenn Sie dieses GMail-Konto ausschließlich als Spamfilter verwenden, können sie alternativ anstatt des Filters auch eine Weiterleitung einrichten.

Nun öffnen Sie Thunderbird oder eben Ihren bevorzugten E-Mail-Client und richten dort Ihr neu erstelltes Spamschutz-Konto (spamschutz@ihredomain.de) ein. Achten Sie hier jedoch unbedingt darauf, dass als Identität Ihre öffentliche Adresse (mail@ihredomain.de) eingetragen ist.

Nun schicken Sie eine Testmail von Ihrer öffentlichen Adresse an die GMail-Adresse. Diese Testmail müsste nach ein paar Minuten, wenn Sie alles richtig eingerichtet haben, bei Ihrer Spamschutz-Adresse aufschlagen. Hat dies funktioniert, rufen Sie vorsichtshalber ein letztes Mal Ihre Mails von der öffentlichen Adresse ab. Jetzt müssen Sie nur noch in Ihrer Domain-Konfiguration das POP3-Konto der öffentlichen Adresse in eine Weiterleitung zur GMail-Adresse umwandeln. Fertig ist der Googlemail Thunderbird Spamfilter!

Doch was passiert da jetzt genau?

Ganz einfach! Jedes Mal wenn jemand eine E-Mail an Ihre öffentliche Adresse schickt, wird diese automatisch an Googlemail weiter geleitet. Dort wird sie dann auf Spam geprüft und wenn sie sauber ist wiederum automatisch an Ihre Spamschutzadresse geschickt, welche sie mit Thunderbird abrufen. Einfach genial und genial einfach!

Hier das Ganze noch einmal schematisch dargestellt:

mail@ihredomain.de -> Googlemail Spamfilter -> spamschutz@ihredomain.de -> Thunderbird Spamfilter

Mit dieser Vorgehensweise sind Sie sogar doppelt geschützt, da ja Mozilla Thunderbird auch nochmal auf Junk überprüft. Übrigens sollten Sie dennoch mal alle paar Tage bei GMail vorbei schauen. Vielleicht ist ja doch eine wichtige Mail im Filter gelandet ;-)

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Viele Grüße
Thomas Joachim Richter

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Thomas Joachim Richter

Hallo, ich blogge hier über Computer, Internet und in nächster Zeit auch über Android. Internet ist mein zweites Zuhause. Bin ich einmal nicht online, findet man mich draußen bei ausgedehnten Wanderungen und Radtouren. Ansonsten auch auf Facebook, Google+ und XING.

Kommentare (9)

  1. Pingback: Gerhard Käppler

  2. Pingback: Sabine Delisle

  3. Hallo Thomas,

    also wenn ich richtig verstanden habe, erreicht man hierdurch eine doppelte Prüfung seiner eingehenden Mails, einmal durch Gmail und einmal durch TB, richtig?

    Wird durch diese Umleitung über GMail die Zustellung von Mails nicht wesentlich langsamer?

    Viele Grüße

    Amadeus

    • Hallo Amadeus,

      die doppelte Prüfung ist eigentlich nur ein angenehmer Nebeneffekt. Das Wesentliche ist, dass Spam durch den Googlemail Spamfilter schon gefiltert wird, bevor er überhaupt am heimischen PC ankommt.

      Was den zeitlichen Aspekt angeht, handelt es sich dabei lediglich um ein paar Sekunden Verzögerung. Allerdings dürfte man das kaum merken, da ich ja grundsätzlich davon abrate, das E-Mail-Programm ständig offen zu haben. Warum den so ist, hab ich in meinem Artikel über Multiplexen bzw. Multitasking bereits erläutert ;-)

      Viele Grüße
      Thomas

  4. Alle mir bekannten Spam-Filter-Programme haben den Nachteil, dass die
    Mail immer erst auf meinem Rechner aussortiert wird. Einzige mir
    bekannt Ausnahme ist das Programm Firetrust (für einen Account
    kostenlos) in Verbindung mit der Datenbank FirstAlert. Firetrust hat
    den Vorteil, dass nur 20 Zeilen einer Mail vom Server geladen werden
    und dann die Spamfilter einsetzen. In mein Mailsystem kommen nur
    Mails, die dieses System durchlaufen haben. Das Programm ist sehr leicht zu handhaben. Es arbeitet mit Blacklist und Friend list. Bei mir sind alle unbekannten Mails blacklistet. Von FirstAlert! bekannte Mails sind gleich als Spam gekennzeichnet. Mails von Absendern aus der Friend list sind als Friend gekennzeichnet.
    Dieses Programm verhindert unnötigen Trafic und beitet auch einen Schutz vor Mails mit Viren.

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  6. Hallo Thomas,
    das ist sehr interessant was du hier erklärt hast. Geht der Spamschutz nur zwischen Google und Thunderbird? Oder ist das auch zwischen Google und Outlook möglich?

    Andreas

    • Hallo Andreas,

      funktioniert mit Outlook genauso.

      Viele Grüße
      Thomas

      • Stimmt :) Danke für den Tipp Thomas. Habs gerade mal mit Outlook getestet und es klappt prima.

Kommentare sind geschlossen.